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Prüf- und Diagnosegeräte für Abgassysteme

Prüf- und Diagnosegeräte für Turbolader

Fehler im Umfeld eines Turboladers können ähnliche Symptome verursachen wie ein defekter Turbolader selbst. Deshalb ist es sinnvoll, neben dem Ladedruck auch Steuerdruck, Abgasgegendruck, Kurbelgehäusedruck und angrenzende Systeme mechanisch zu prüfen.

Autotestgeräte Leitenberger bietet Prüf- und Diagnosegeräte für die systematische Turboladerdiagnose an Otto- und Dieselmotoren. Je nach Geräteausführung lassen sich Ladedruck, Druck und Unterdruck der pneumatischen Regelung, Abgasgegendruck sowie Kurbelgehäusedruck messen – teilweise auch während des Fahrbetriebs. Ergänzend stehen universelle sowie fahrzeugspezifische Diagnosesets für unterschiedliche Anwendungen zur Verfügung.

Häufig gestellte Fragen zur Turboladerdiagnose

Leistungsverlust, falscher Ladedruck oder Öl im Ansaug- und Abgasbereich bedeuten nicht automatisch, dass der Turbolader defekt ist. Auch Fehler an Ladedruckregelung, Abgastrakt, Ansaugsystem oder Kurbelgehäuseentlüftung können ähnliche Symptome verursachen. Hier beantworten wir häufige Fragen zur systematischen Turboladerdiagnose und den dafür geeigneten Messverfahren.

  • Welche Werte können bei einer Turboladerdiagnose gemessen werden?

    Je nach Prüfgerät können unterschiedliche Drücke im Umfeld des Turboladers mechanisch gemessen werden.

    Dazu gehören beispielsweise:

    • Ladedruck
    • Steuerdruck der pneumatischen Ladedruckregelung
    • Druck und Unterdruck
    • Abgasgegendruck
    • Differenzdruck
    • Kurbelgehäusedruck

    Dadurch kann nicht nur der Turbolader selbst, sondern auch sein technisches Umfeld systematisch untersucht werden.

  • Welche Symptome können auf ein Problem mit dem Turbolader oder seinem Umfeld hinweisen?

    Typische Diagnoseanlässe können beispielsweise sein:

    • Leistungsverlust
    • unzureichender oder schwankender Ladedruck
    • auffällige Geräusche
    • Öl im Ansaug- beziehungsweise Abgasbereich
    • ungewöhnliches Abgasverhalten
    • Fehlercodes zur Ladedruckregelung
    • Abweichungen zwischen Soll- und Ist-Ladedruck

    Diese Symptome beweisen jedoch nicht automatisch einen defekten Turbolader.

    Auch Fehler im Frischluft- und Ansaugsystem, im Abgastrakt, in der pneumatischen Regelung oder bei der Kurbelgehäuseentlüftung können vergleichbare Symptome verursachen.

  • Warum sollte der Ladedruck mechanisch gemessen werden?

    Das Motorsteuergerät verarbeitet elektronische Druck- und Sensorsignale.

    Eine zusätzliche mechanische Messung kann helfen zu überprüfen, welcher Druck im System tatsächlich vorhanden ist.

    Das ist besonders interessant, wenn:

    • elektronische Messwerte unplausibel erscheinen,
    • der Fehler nur unter bestimmten Lastzuständen auftritt,
    • Soll- und Istwerte voneinander abweichen,
    • ein mechanischer Fehler vermutet wird.

    Die mechanische Messung ergänzt damit die elektronische Fahrzeugdiagnose.

  • Was ist der Ladedruck?

    Der Ladedruck ist der Druck, mit dem der Turbolader verdichtete Luft dem Motor zur Verfügung stellt.

    Der tatsächlich erforderliche Druck hängt unter anderem von Motor, Last, Drehzahl und Ladedruckregelung ab.

    Es gibt deshalb keinen allgemein gültigen Ladedruck für alle Fahrzeuge.

    Die gemessenen Werte müssen mit den Vorgaben des jeweiligen Fahrzeugherstellers verglichen werden.

  • Was ist der Steuerdruck der Turboladerregelung?

    Bei pneumatisch geregelten Turboladersystemen wird ein Druck- beziehungsweise Unterdrucksignal zur Betätigung der Regelmechanik verwendet.

    Mit einem geeigneten Prüfgerät kann kontrolliert werden, ob dieser Steuerdruck vorhanden ist und sich entsprechend dem vorgesehenen Betriebszustand verändert.

    Dadurch kann unterschieden werden, ob ein Problem beispielsweise im Turbolader selbst oder in dessen pneumatischer Ansteuerung liegt.

  • Was bedeutet pneumatische Ladedruckregelung?

    Bei einer pneumatischen Ladedruckregelung wird eine Unterdruck- beziehungsweise Druckdose verwendet, um die Regelmechanik des Turboladers zu betätigen.

    Abhängig vom Turboladersystem kann dadurch beispielsweise ein Wastegate oder eine variable Turbinengeometrie beeinflusst werden.

    Fehler an Schläuchen, Ventilen, Druckdosen oder der Unterdruckversorgung können deshalb zu einem falschen Ladedruck führen, obwohl der Turbolader selbst mechanisch funktionsfähig ist.

  • Was ist der Abgasgegendruck?

    Der Abgasgegendruck ist der Druck, gegen den die Abgase den Abgastrakt durchströmen müssen.

    Ein ungewöhnlich hoher Gegendruck kann darauf hinweisen, dass der Abgasstrom behindert wird.

    Mögliche Ursachen können beispielsweise in der Abgasanlage beziehungsweise Abgasnachbehandlung liegen.

    Für eine gezielte Messung stehen Abgasdruck-Prüfgeräte zur Verfügung.

  • Warum ist der Abgasgegendruck für die Turboladerdiagnose wichtig?

    Die Turbine des Turboladers wird vom Abgasstrom angetrieben.

    Ein ungewöhnlicher Widerstand im Abgastrakt kann deshalb das Betriebsverhalten des Turboladers und des Motors beeinflussen.

    Bei Leistungsverlust oder unplausiblem Ladedruck kann die Abgasgegendruckmessung deshalb eine wichtige zusätzliche Diagnosegröße sein.

  • Was ist der Kurbelgehäusedruck?

    Im Kurbelgehäuse entstehen während des Motorbetriebs unter anderem Blow-by-Gase.

    Die Kurbelgehäuseentlüftung führt diese Gase kontrolliert ab.

    Wenn die Entlüftung nicht korrekt arbeitet oder ungewöhnlich viel Blow-by entsteht, kann sich der Druck im Kurbelgehäuse verändern.

    Mit einem geeigneten Messgerät kann dieser Druck beziehungsweise Unterdruck direkt kontrolliert werden.

  • Warum ist der Kurbelgehäusedruck bei einem vermeintlichen Turboladerschaden wichtig?

    Der Ölablauf des Turboladers muss möglichst ungehindert in Richtung Motor beziehungsweise Ölwanne erfolgen können.

    Ein ungünstiger Kurbelgehäusedruck kann diesen Ölablauf beeinträchtigen.

    Dadurch können Symptome wie Öl im Ansaug- oder Abgasbereich auftreten, obwohl nicht zwingend die Abdichtung des Turboladers die ursprüngliche Fehlerursache ist.

    Eine Kurbelgehäusedruckmessung kann deshalb helfen, unnötigen Turboladertausch zu vermeiden.

  • Kann Öl im Ansaugtrakt automatisch als Turboladerschaden bewertet werden?

    Nein.

    Öl im Ansaugtrakt kann unterschiedliche Ursachen haben.

    Neben dem Turbolader können beispielsweise auch Kurbelgehäuseentlüftung, Ölabscheidung oder andere Komponenten eine Rolle spielen.

    Deshalb sollte das gesamte Umfeld des Turboladers geprüft werden, bevor der Turbolader selbst als Ursache festgelegt wird.

  • Kann ein verstopfter Abgastrakt zu Ladedruckproblemen führen?

    Ja.

    Ein erhöhter Strömungswiderstand auf der Abgasseite kann das Betriebsverhalten des Motors und Turboladers beeinflussen.

    Bei einem entsprechenden Fehlerbild sollte deshalb zusätzlich der Abgasgegendruck gemessen werden.

    Die Messwerte müssen mit den Fahrzeugherstellervorgaben verglichen werden.

  • Kann ein undichter Ladeluftschlauch wie ein Turboladerschaden wirken?

    Ja.

    Wenn verdichtete Luft zwischen Turbolader und Motor entweicht, kann der erforderliche Ladedruck am Motor nicht erreicht werden.

    Das kann sich beispielsweise durch Leistungsverlust oder Ladedruckabweichungen bemerkbar machen.

    Bei entsprechenden Symptomen sollte deshalb zusätzlich eine Dichtigkeitsprüfung des Frischluft- und Ansaugtrakts durchgeführt werden.

  • Wie lässt sich zwischen einem Turboladerfehler und einem Fehler im Umfeld unterscheiden?

    Eine systematische Diagnose betrachtet mehrere Messgrößen und Systeme gemeinsam.

    Dazu können gehören:

    1. elektronische Fahrzeugdiagnose und Fehlerspeicher
    2. mechanische Ladedruckmessung
    3. Prüfung der pneumatischen Ladedruckregelung
    4. Abgasgegendruckmessung
    5. Kurbelgehäusedruckmessung
    6. Dichtigkeitsprüfung von Ansaug- und Ladeluftsystem
    7. Kontrolle der Ölversorgung und Ölableitung

    Dadurch lässt sich die Fehlerursache gezielter eingrenzen, bevor Komponenten ersetzt werden.

  • Kann der Turbolader während einer Probefahrt geprüft werden?

    Bei dafür vorgesehenen Prüfgeräten und sicher verlegten Messleitungen können Druckmessungen auch unter realen Fahr- und Lastbedingungen durchgeführt werden.

    Dies kann hilfreich sein, wenn ein Fehler ausschließlich unter Last auftritt.

    Der Prüfaufbau muss dabei so montiert sein, dass weder Fahrer noch Fahrzeugbetrieb beeinträchtigt werden und die Leitungen nicht mit heißen oder beweglichen Komponenten in Kontakt kommen.

  • Was ist der Unterschied zwischen DT 01, TDU 03 und TDU 04?

    Die Geräte decken unterschiedliche Diagnoseumfänge ab.

    Das DT 01 ist besonders auf den Diagnoseschnelltest von:

    • Kurbelgehäusedruck
    • Abgasgegendruck
    • pneumatischer Ladedruckregelung

    ausgelegt.

    Das TDU 03 ermöglicht zusätzlich eine umfassende mechanische Messung von Ladedruck, Steuerdruck, Differenz- beziehungsweise Abgasgegendruck und Kurbelgehäusedruck.

    Das TDU 04 ist eine kompaktere Lösung zur Messung von Druck und Unterdruck im Bereich der Turboladerdiagnose.

    Welches Gerät geeignet ist, hängt vom gewünschten Prüfumfang ab.

  • Warum gibt es das DT 01 in universellen und fahrzeugspezifischen Varianten?

    Für die Kurbelgehäusedruckmessung muss das Prüfgerät passend mit dem Motor beziehungsweise Öleinfüllbereich verbunden werden.

    Deshalb stehen sowohl universelle als auch fahrzeugspezifisch zusammengestellte Varianten zur Verfügung.

    Leitenberger bietet beispielsweise spezielle DT-01-Ausführungen für VW-, Ford- und Stellantis-Fahrzeuge sowie eine universelle beziehungsweise adapterlose Grundausführung an.

  • Kann ein OBD-Diagnosetester durch ein Turbolader-Prüfgerät ersetzt werden?

    Nein.

    Elektronische und mechanische Diagnose beantworten unterschiedliche Fragen.

    Der OBD-Tester liefert beispielsweise Fehlercodes, Sensorwerte und Steuergeräteinformationen.

    Das mechanische Prüfgerät zeigt dagegen den tatsächlich vorhandenen Druck beziehungsweise Unterdruck.

    Besonders aussagekräftig ist häufig die Kombination beider Verfahren.

  • Welche Prüfgeräte ergänzen eine professionelle Turboladerdiagnose?

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